SkF in der Presse

Familienpaten sind gefragt, weil sie viel Positives bewirken

Rheinische Post vom 30. August 2017 

(gap) Mit kleinen Kindern geraten die Nächte häufig zu kurz – und wenn diese dann auch tagsĂĽber ständig Aufmerksamkeit einfordern, wĂĽnschen sich viele Alleinerziehende und junge Eltern Entlastung. Doch der Wunsch bleibt meist unerfĂĽllt, wenn nicht gerade GroĂźeltern oder gute Freunde in der Nähe wohnen. 

In solchen Fällen hilft der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) mit seinen Familienpaten Familien mit Kindern bis sechs Jahren. Mit neuem Schwung und Freude spielen, basteln und toben die ehrenamtlichen Patinnen mit den Kindern, gehen auf den Spielplatz oder bringen den Kindern auf einfache Weise die deutsche Sprache bei. 

Auch die Mütter schütten schon mal ihr Herz aus und freuen sich, dass ihr Kind eine weitere wichtige Bezugsperson findet. „Der Junge war drei Jahre alt und konnte nicht sprechen, als ich in die Familie kam. Wir waren sofort ein Herz und eine Seele. Inzwischen spricht er, und wir lernen auch Zahlen und Farben zusammen“, erzählt Anneliese Göbhardt während eines der regelmäßigen Treffen der SkF-Familienpaten am Kirchplatz.

Zusammen mit den SkF-Koordinatorinnen Antje Rometsch und Sonja Schofenberg tauschen sie sich aus und berichten von den Erlebnissen. „Wir betreuen unsere Ehrenamtlichen und bereiten sie intensiv auf ihre Aufgaben vor“, erklärt Rometsch. Daher seien auch diese Treffen mit Erfahrungsaustausch sehr hilfreich. „Familienpate zu sein, ist nicht nur ein Geben, sondern auch ein ZurĂĽckbekommen“, sagt Projektkoordinatorin Schofenberg. 

Familienpatin Ute Liewerscheidt, die eine syrisch-kurdisch-niederländische Familie begleitet, nickt: „Die Zeit in der Familie ist fĂĽr mich selber eine groĂźe Bereicherung. Es wĂĽrde mir wirklich etwas fehlen, wenn ich nicht jede Woche dahingehen wĂĽrde.“Die Freiwilligen investieren rund drei Stunden pro Woche fĂĽr die Familie. Den Kontakt erhalten sie ĂĽber die SkF-Koordinatorinnen. Sie begleiten und unterstĂĽtzen die Familienpaten, schulen sie, stehen als Ansprechpartnerinnen auch fĂĽr die Familien zur VerfĂĽgung. Die erfolgreiche Arbeit benötigt genĂĽgend Freiwillige. „Gerade, weil die Familienpatenschaften fĂĽr die Familien so viel Positives bewirken, haben wir eine wachsende Nachfrage. Wir suchen daher neue Interessierte, die Freude am Umgang mit Kindern haben“, sagt Rometsch. 

Auskunft zu den Familienpatenschaften:

Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Mönchengladbach
Frau Antje Rometsch / Frau Sonja Schofenberg
Kirchplatz 5
41061 Mönchengladbach

02161 / 2476011
0163 / 4338115

Treffen der Familienpatinnen mit den SkF-Koordinatorinnen Antje Rometsch und Sonja Schofenberg

Wo Kinder sich geborgen fĂĽhlen

Rheinische Post, 19. September 2016

Von Angela Rietdorf 

In den Kinder- und Jugendeinrichtungen des SkF malen Kinder anlässlich des Weltkindertages, was fĂĽr sie Zuhause bedeutet. Es sind bunte, fröhliche Bilder darunter. Und Bilder, die nachdenklich machen. 

Fur Jacob bedeutet zu Hause zu sein, ein Bett zu haben. Auch Ana malt ein Bett, Kissen und einen Kuschelhasen. Alexander hat ein Haus, einen Jungen mit Fußball und die Deutschlandfahne gemalt. Einige Kinder haben ein Haus gebastelt, in dem viele, viele Teddybären sitzen. Andere haben ein Traumhaus gezeichnet mit einer Familie aus Vater, Mutter, Kinder, mit Hund und Katze und – wieder – einem Kuschelbett mit Teddy. In allen Einrichtungen des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Mönchengladbach haben Kinder zum Weltkindertag dargestellt, was sie sich unter einem Zuhause vorstellen.
Es sind bunte, fröhliche Bilder. Und es sind Bilder, die berühren, weil das, was die Kinder malen keineswegs für alle der Normalzustand ist. Gemalt haben auch Kinder, die mit ihren Müttern vor häuslicher Gewalt ins Frauenhaus geflüchtet sind. Oder die nicht zu Hause leben können, weil ihre Eltern drogen- oder alkoholabhängig sind. Oder die allein nach Deutschland geflüchtet sind. Sie alle finden Platz in den Einrichtungen des SkF in Mönchengladbach.
Der Sozialdienst katholischer Frauen hat sich in Mönchengladbach die Hilfe für Frauen, Kinder und Familien zum Ziel gesetzt. „Das Motto des SkF lautet „Da sein, Leben helfen“. „Das trifft unsere Motivation und Zielsetzung gut“, sagt Birgit Kaatz, die Geschäftsführerin. Neben Beratungsstellen, einem Frauenhaus, einer Kita, ambulant betreutem Wohnen und einer Adoptionsvermittlung betreibt der SkF auch eine stationäre Jugendeinrichtung, das Jugendhaus am Steinberg, ein manchmal vorübergehendes, manchmal recht dauerhaftes Zuhause für rund hundert Kinder und Jugendliche zwischen sechs und siebzehn Jahren. Es sind junge Menschen, die nicht in ihrer Familie bleiben können, weil ihre Eltern überfordert sind, sie mit Gewalt oder Missbrauch konfrontiert werden oder sie Vernachlässigung und Mangel ausgesetzt sind. Diese Kinder, die das Jugendamt aus ihrer Familie herausnimmt, leben in Gruppen zu zehnt zusammen, betreut von fünf Erziehern oder Pädagogen.
„Diese Kinder und Jugendlichen kommen mit einem dicken Paket auf dem Rücken zu uns“, sagt Notburga Gripekoven, die ehrenamtliche Vorsitzende. „Sie müssen lernen, damit umzugehen. Damit sie das können, muss ihre Seele gestreichelt werden.“ Sie brauchen viel individuelle Betreuung und Zuwendung. Lösungen für Probleme müssen gefunden, Verhaltensweisen geändert, Regeln eingehalten werden. „Die Mitarbeiter brauchen einen weiten Blick“, sagt die Vorsitzende. Und auch die Herkunftsfamilie muss, wenn möglich, in die Arbeit eingebunden werden, denn – egal, was sie erlebt haben – Kinder wollen ihre Eltern lieben. Manchmal können die Kinder in ihre Familie zurückkehren, oft bleiben sie länger, lernen Selbstständigkeit und ziehen in eigene Wohnungen.
Seit knapp zwei Monaten leben auch sechs unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien in einer Wohngruppe zusammen. Das funktioniert ziemlich reibungslos. „Die sprachliche Verständigung klappt schon ganz gut, und der Umgang der Jugendlichen untereinander ist sehr sorgsam und respektvoll“, sagt Birgit Kaatz. Auch der Kontakt zu den anderen Kindern und Jugendlichen im Haus ist da. „Die jungen Afghanen und Syrer sind offen und wissbegierig“, sagt die Geschäftsführerin.
Die Finanzierung der Jugendeinrichtung läuft über eine Leistungsvereinbarung mit der Stadt, aber der SkF freut sich im Bereich der Jugendarbeit auch über Spenden, beispielsweise um Freizeitangebote in den Ferien oder Weihnachtsgeschenke zu finanzieren. „Die Jugendlichen fahren in den Sommerferien eine Woche weg, in die Eifel oder an die Nordsee“, sagt Birgit Kaatz, „aber in den restlichen fünf Wochen muss es auch mal ein Angebot geben, etwa einen Ausflug in die Blaue Lagune.“ Die Kosten dafür werden in der Regel über Spenden bestritten.

Familienpaten fĂĽr Vorschulkinder gesucht

Rheinische Post, 11. September 2015

Von Marion Lisken-Pruss 

Mönchengladbach. Sie gehen mit den Kindern spazieren, hĂĽten sie im Wartezimmer, während ihre Mutter beim Arzt sitzt oder helfen den Eltern, die Post durchzugucken: Familienpaten, die ehrenamtlich und vorĂĽbergehend Familien oder Alleinerziehende mit Kindern im Vorschulalter im Alltag unterstĂĽtzen. Hildegard Frentzen ist seit 2012 Familienpatin und hat schon vier Familien betreut. 

Aktuell begleitet sie eine Familie mit drei Kindern. Einmal in der Woche bringt sie die Kinder morgens in den Kindergarten. "Ich übe mit der Mutter die Busfahrt dorthin. Später werde ich dann mehr mit den Kindern spielen", erzählt sie. "Es ist eine Stärke, um Hilfe zu bitten, wenn man an seine Grenzen gelangt", sagt Birgit Kaatz, Geschäftsführerin des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF). "Die Familien werden phasenweise unterstützt und können anschließend gestärkt weiterleben." Die Hilfesuchenden kommen aus allen Schichten; etwa die Hälfte von ihnen sind Deutsche.

Durchschnittlich ein Jahr lang dauert die Patenschaft. 20 Paten sind zurzeit in Gladbach aktiv. "Zu wenig angesichts der Nachfrage", bedauern die Sozialpädagoginnen Samira Hlaouit und Gertrud Comanns. Deshalb suchen der SkF und die Fachstelle "Frühe Hilfen" der Stadt weitere Frauen und Männer, die sich einmal pro Woche ehrenamtlich als Paten engagieren möchten. "In einem ersten Gespräch loten wir die Stärken aus", erläutert Antje Rometsch, die beim SkF die Paten koordiniert.

Spricht der Pate etwa Arabisch und kann Familien dieser Nationalitäten betreuen? Möchte er den Kindern Deutsch beibringen, die Eltern bei Behördengängen begleiten? "Im Vordergrund steht, was für die Kinder am wichtigsten ist", sagt sie. Und: "Die Chemie muss stimmen." Die Paten lässt der SkF nicht allein: Er bietet Qualifizierungsangebote und Vorträge an. "Wir Paten tauschen uns auch untereinander aus", sagt Frentzen.

Fortsetzung für Programm „Familienpaten“ beschlossen

Rheinische Post vom 15. Oktober 2014

Die Stadt setzt auch in Zukunft bei der FrĂĽhen Hilfe auf die UnterstĂĽtzung von Familienpaten. Der Rat beschloss einstimmig, die Leistungsvereinbarung mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF) ĂĽber Werbung und Begleitung von Familienpaten fĂĽr weitere drei Jahre fortzusetzen.

Die Aufgaben der Familienpaten sind so vielfältig wie die Schwierigkeiten, mit denen junge Familien oder Alleinerziehende konfrontiert sind. In zwei bis drei Stunden wöchentlich schaffen die Paten ihnen Freiräume für Arzt- oder Behördenbesuche, helfen bei der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben, um mögliche Eskalationen zu vermeiden. In Familien mit Migrationsgeschichte üben sie mit den Kindern altersgemäß und spielerisch die deutsche Sprache. In anderen Familien lesen und besprechen sie die Post und sind für neu zugezogene Familien oft die einzige Bezugsperson.

Mönchengladbacher, die sich fĂĽr die ehrenamtliche Tätigkeit als Familienpate interessieren, mĂĽssen bestimmte Dokumente (erweitertes FĂĽhrungszeugnis und Gesundheitszeugnis) mitbringen. Die Arbeit der Familienpaten wird von einer sozialpädagogischen Mitarbeiterin des SKF begleitet, die sich auch um Qualifizierungsangebote wie kindliche Entwicklung und Sprach- und Leseförderung kĂĽmmert. 

Die Altersspanne der Familienpaten reicht von 19 bis 80 Jahren. Bisher engagierten sich 28 BĂĽrger als Familienpaten. Zurzeit sind 19 Paten einsatzbereit. In der Vergangenheit wurden 36 Familien durch einen Familienpaten begleitet. 

Wer Interesse hat, als Familienpate zu fungieren, kann sich beim Sozialdienst katholischer Frauen unter der Telefonnummer 02161 2476011 oder beim städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Familie unter Telefon 02161 25 3516 melden.